Die Andrew W. Mellon Foundation unterstützt das Museum für Islamische Kunst bei der Archivierung und Vermittlung syrischen Kulturerbes

08.01.2018
Pergamonmuseum

Mit einer maßgeblichen Förderung unterstützt die Andrew W. Mellon Foundation das Museum für Islamische Kunst der Staatlichen Museen zu Berlin beim Ausbau der Archivierung und Vermittlung syrischen Kulturerbes.

Die Förderung ergänzt das Syrian Heritage Archive Project, ein vom Deutschen Archäologischen Institut und dem Museum für Islamische Kunst seit 2013 realisiertes Archiv zum baulichen und archäologischen Erbe des Landes vor dem Krieg. Syrische und deutsche Fachleute haben dafür bis heute über 100.000 Digitalisate georeferenziert in ein geographisches Informationssystem eingetragen. Gefördert wird das Syrian Heritage Archive Project durch das Auswärtige Amt der Bundesrepublik Deutschland.

„Wir freuen uns sehr über die Förderung der Andrew W. Mellon Foundation, die uns erlaubt, das Syrian Heritage Archive Project noch partizipativer gestalten zu können“, so Stefan Weber, Direktor des Museums für Islamische Kunst. „Kulturerbe bleibt damit kein abstrakter Begriff weniger Experten, sondern schafft durch individuelle Erfahrungen eine direkte Beziehung zwischen Nutzergemeinschaft und archiviertem Material.“

Seit 2017 fördert auch die Gerda-Henkel-Stiftung einen Teil des Syrian Heritage Archive Projects, der sich auf die Dokumentation von Zerstörungen und die Katalogisierung von Gebäuden und Denkmälern der Altstadt von Aleppo konzentriert. Neben einem Online-Katalog entstehen Kurzfilme, in denen Syrerinnen und Syrer ihre persönlichen Erinnerungen und Geschichten erzählen. Dies wird durch die Förderung der Andrew W. Mellon Foundation nun innovativ zur aktiven Denkmalpflege ausgebaut: Zwei syrische Wissenschaftler erarbeiten mit zwei Bloggern eine interaktive Kulturerbe-Karte, die immaterielles Erbe, lokales Wissen und persönliche Geschichte mit dem materiellen Erbe der Datenbank verbindet. Die Förderung ermöglicht zudem die Verknüpfung mit dem mehrfach ausgezeichneten Projekt „Multaka – Treffpunkt Museum“, für das syrische und irakische Geflüchtete zu Museums-Guides fortgebildet werden und Museumsführungen in ihrer Muttersprache anbieten. Deren individuelle Erfahrungen können nun als „community archive“ mit der interaktiven Karte verbunden werden.

Seit fünf Jahrzehnten unterstützt die Andrew W. Mellon Foundation mit Sitz in New York Hochschulen und kulturelle Organisationen. Mariët Westermann, Executive Vice President, erklärt: „Ein gemeinsam von syrischen Bürgern, Geflüchteten und Experten entwickeltes digitales Archiv zur bedeutenden syrischen Kulturgeschichte bietet einen innovativen Ansatz für den Erhalt des von Zerstörung betroffenen Kulturerbes. Es ist auch eine wunderbare Ergänzung zum Multaka-Projekt, das beweist, wie wichtig der Beitrag von Geflüchteten für Ihre Gastländer und den Wiederaufbau ihrer Gesellschaft ist.“

Weiterführende Informationen zum Syrian Heritage Archive Project finden Sie online unter www.smb.museum, weiterführende Informationen zu „Multaka – Treffpunkt Museum“ unter www.multaka.de.